Wir sind immer noch da und gemeinsam halten wir durch!

Fast ein Jahr ist es her, dass die Kleinkunstbühne Thing den Spielbetrieb wegen Corona einstellen musste. Am 6. März 2020 war Thomas Borchert der letzte Künstler, der die Bühne bespielte. Am Sonntag, 28. Februar 2021 (18 Uhr) möchte das Thing unter dem Motto: „Wir sind immer noch da und gemeinsam halten wir durch“ nicht nur ein Lebenszeichen, sondern ein Zeichen für die Kultur im Kreis Limburg setzen. Normalerweise geben sich in der Kleinkunstbühne renommierte Künstler aus ganz Deutschland die Klinke in die Hand und begeistern jedes Jahr in über 20 Auftritten mit mehr als 2500 Besuchern. „Unser Herz schlägt einfach für die Bühnenkunst und es zerreißt uns innerlich, Veranstaltung für Veranstaltung absagen zu müssen“, so Dieter Keller und Birgitt Zanger vom Vorstand der Kleinkunstbühne. „Doch in Zeiten des Internets und des Social Distancing müssen auch wir neue Wege gehen, um unserem Kulturauftrag nachzukommen“ so Dietmar Zanger, ebenfalls Vorstandsmitglied.

Nach reiflichen Überlegungen entschied man sich eine erste Live-Streaming-Veranstaltung aus der Clubebene der Stadthalle durchzuführen. Deutschlandweit bekannte Künstler hierzu einzuladen machte aus Vereinssicht keinen Sinn. Namhafte Künstler sind längst in allen Mediatheken und bei YouTube überpräsent und jederzeit verfügbar. Doch die heimischen Künstler werden selten von ARD und ZDF in eine Sendung eingeladen und bei YouTube findet man über sie höchstens Filme, die mit dem Handy aufgenommen wurden.„Uns ist es sehr wichtig in diesen Zeiten Künstlern aus dem Umkreis von Limburg die Möglichkeit zu geben, wieder unter professionellen Bedingungen auftreten zu können. Und die Resonanz war sehr groß. Eigentlich jeder Künstler, den wir angesprochen haben, hat sofort zugesagt“, so der Vorstand.

Mit beim ersten Live-Streaming dabei ist Søren Thies. Er studierte in Hamburg, lebt nun in Offheim und ist seit über 25 Jahren vor allem als Solist mit Akkordeon und Stimme unterwegs. Im Thing wird er eine Auswahl seiner Lieder unter dem Motto : „Jiddische & Französische Musik“ spielen. Sein Hauptinteresse gilt dabei der Musik und Kultur der osteuropäischen und deutschen Juden. Darüber hinaus schlägt sein Herz aber auch ganz besonders für die französische Musette und die Chansons des 20. Jahrhunderts. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit der Film- und Kabarettmusik der Weimarer Zeit.

 

Auch mit dabei ist Patrick Jost, der Straßenmusiker aus Limburg. Er kommt begleitet von seiner corona-negativen Gitarre ins Thing. Außerdem im Gepäck hat er sein Evergreen-Material von den 60ern bis heute – niemals langweilig; immer zum Mitsingen … auch online!

 

Die Theatergruppe Pinocchio ’90 hatte auch schwer unter den Folgen der Pandemie zu leiden. Keine Auftritte und nur eingeschränkte Probemöglichkeiten. Und so kam die Zusage mitzumachen nicht überraschend. Akteure aus dem Künstlerischen Leitungsteam werden Höhepunkte aus Musicals wie SHREK singen. Mit dabei sind Michael Zabel, Anne-Kathrin Pörtner und Michelle Nowak und virtuell der Pinocchio-Chor.

Die in Runkel lebende und in Limburg arbeitende Poetry Slammerin Kaddy Kupfer, die auch den Poetry Slam im Thing organisiert, wird mit eigenen Texten und mit viel Spontaneität durch den Abend führen.

 

Allen Beteiligten ist klar, das Internet-Veranstaltungen keine Alternative zu Live-Bühnenveranstaltungen sind. Doch das Streamen von Live-Shows bietet auch neue Möglichkeiten. So kann zum Beispiel mit dem Publikum über die Social-Media-Kanäle interagiert werden. Und diese Möglichkeiten werden an diesem Abend voll ausgeschöpft. Ob Fragen an die Künstler oder interaktive Aktionen, alles ist drin.

Zur technischen Umsetzung hat sich das Thing professionelle Hilfe bei dem ebenfalls gemeinnützigen Verein „Der Virtuelle Hut e.V.“ geholt. Mit fünf Kameras, drei Kamerafrauen, einem Bildregisseur und einem auf „Broadcasting“ spezialisierten Tontechniker wird man die Kleinkunstbühne in ein Internet-Studio vom feinsten verwandeln. In HD-Qualität kann man den Stream am

                                   Sonntag, 28. Februar, 18:00 live                                                                          

über die Homepage und die Facebook-Seite des Things verfolgen und mitmachen.

Um das Projekt zu unterstützen, können die Zuschauer durch eine Überweisung Geld an das Thing spenden. Die Einnahmen, die bei dieser Veranstaltung erzielt werden, teilt der Verein unter den Künstlern auf, denn man möchte nicht nur den Künstlern eine Möglichkeit geben Ihrer Berufung nachzugehen, sondern auch ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

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